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 Volker Sassenberg beantwortet Fragen aus der Community!

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1101 Beiträge - Psychokinet
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Dabei seit: 05.10.2005
1539 Punkte
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Weitere Rezensionen des Users (Auswahl)
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John Sinclair (71) Der Mann, der nicht sterben konnte
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(HÖRSPIEL)
(BRD 2012 )
Skript und Regie: Dennis Ehrhardt
Buch: Jason Dark
Sprecher: Alexandra Lange-Behr, Frank Glaubrecht, Martin May, Ilya Welter, Evelyn Gressmann, Erik Schäffler, Mareso Bischoff-Hanft, Claus-Dieter Clausnitzer, Sven Plate, Uli Krohm, Marius Clerén, Hans Teuscher, Stefan Krause, Jürgen Holdorf, Bernd Rumpf, FrankGustavus, Alesander Rieß
HANDLUNG:
Tunguska, Sibirien – nach einem explosiven Einschlag entdeckt Fjodor Rankin völlig neue Eigenschaften an sich, tödliche Verletzungen können ihm nichts mehr anhaben. Als schwarzes Schaf der Familie gebrandmarkt beginnt er 100 Jahre später einen Rachefeldzug besonderer Art.
Derweil schlägt sich Geisterjäger John Sinclair mit Problemen privater Natur herum, ihm zur Seite steht Lady Sarah Goldwyn. Als zufälliger Zeuge heftet sich John an die Fersen eines Attentäters der mittels Pyrokinese einen Anschlag verübt.
Vorangegangenen Folgen unterstellten Fans nur auf gewohnten Pfaden zu wandeln, forderten mehr Highlights und Steigerungen. Mit Folge 71 hat Dennis Ehrhardt das Regie-Zepter übernommen und legt bewusst Wert auf neue Akzente.
Der Hauptcast findet in: Frank Glaubrecht, Martin May, Ilya Welter und Evelyn Gressmann die bewährte Besetzung. John (F. Glaubrecht) klingt kräftiger und frischer als in vorherigen Episoden. Die aktive Horror-Oma: Lady Sarah Goldwyn (E. Gressmann) quengelt sich gemäß Romanvorlage durch die Geschichte. Man wird diese Figur lieben oder hassen, zweifelsfrei gekonntes Handwerk, schöne und nervende Charakterzüge gleicher Maßen zu übertragen. Glenda Perkins (Ilya Welter ) wirkt unscheinbar, lässt gewohnt pikante Sticheleien leider missen.
Seven Plate liefert als Gaylord (gewollter Wortwitz?) eine handwerklich einwandfreie aber keineswegs ambitionierte Leistung. Gleiches gilt für Claus-Dieter Clausnitzer, Erik Schäffler und einen Großteil der Sprecher-Crew. Niemand besticht durch herausragende Leistungen, alle tendieren zum akzeptablen Mittelmaß. Lediglich Uli Krohm kann als einfältiger Wirt richtig überzeugen.
Neue Besen kehren bekanntlich gut, diesem Motto folgend, erfährt die Serie einige ÄNDERUNGEN:
- Figuren
Der sonst peinlich genaue und bisweilen recht steife Suko (Martin May) erhält gelockerte Facetten. Dies bringt ihn näher an die Romanvorlage, man bricht dadurch allerdings mit dem lange aufgebauten Hörspiel-Image des überkorrekten Ausländers.
- Neuer Soundtrack
*siehe Sound
- Neues Intro
* siehe Sound
- Neue Erzähler“in“
Die Neubesetzung durch Alexandra Lange-Behr lässt Erinnerungen an das Tonstudio Braun aufleben. Düster und Unheilsschwanger fügt sie neue Impulse ein. Dennoch wird man die Stimmgewalt Joachim Kerzel vorerst missen.
- Neuer Ortsangabensprecher
Überflüssig, fehl platziert und rundum unstimmig, hier hätte sich eine komplette Streichung bzw. Zusammenlegung mit der Erzählerin angeboten.
- Handlung
Die Thematik der Folge löst sich vom gewohnten Sinclair/Dämonen-Schemata und vermittelt eher den Eindruck eines phantastischen Krimi, wie man ihn aus der Feder von Dan Shocker (Larry Brent) kennt. Die Wahl der Romanvorlage als neuen Änderungs-Einstiegsband scheint unglücklich.
KRITIK:
Bis auf Johns anfängliche Trauer um Jane Collins fehlt die Verzahnung mit anderen Sinclair-Folgen. Die Ereignisse der Folge stehen separat und alle Personen könnten wahlweise gegen komplett unbekannte Namen ausgetauscht werden, trotzdem würde die Story noch funktionieren. Familiäres Sinclair-Zugehörigkeitsgefüge und ein Handlung übergreifendes Konzept scheinen nicht existent.
Script und Regie müssen in diesem Punkt eines zulegen um zukünftig zu überzeugen und sei es (wie bei Oliver Döring) durch geschicktes abändern/kombinieren der Vorlagen.
FRAGEN bleiben unbeantwortet:
- was geschah in Tunguska? Edwina spricht zu Beginn von einem Einschlag (wovon)!?
(Magisches Phänomen, Meteor, Raum-Zeit Ereignis, Waffe, Blitz ... ?)
- welchen Ursprung hat das Amulett? ( Phiole mit Erde Tunguskas, Material eines Meteor, magisches Artefakt das vom Himmel fiel ...?)
- wie stirbt Edwina Rankin? Durch das Amulett, ein Messer, wird sie erwürgt oder? (Ihr Herz bleibt stehen dennoch redet sie noch weiter ... wie und warum?)
- wie konnte der Sohn des Earl mit Theodor Kontakt aufnehmen? Woher wusste er von dem unsterblichen Familienmitglied?
- welchen Sinn macht das Amulett, bzw. in welchem Zusammenhang steht es?
- wer ist Edgar (im Schrank)?
- was geschieht mit dem Amulett nach Rankins Tot?
- Die Explosion in Sibirien ereignete sich vor über 100 Jahren. Am Ende des Hörspiels beharrt der Polizeiarzt darauf das Fjodor Rankins Leiche Verwesungsspuren von genau 60 Jahre aufweist. Wird bei Eintritt des Todes die Wirkung der Unsterblichkeit wieder auf ein reell erreichbares Alter zurückgerechnet?
- wieso stirbt Fjordor zu Beginn des Hörspiels trotz gestohlenem Amulett nicht und am Ende dann doch? (Das Amulett ist beide male unmittelbar in seiner Nähe.)
Diese Ungereimtheiten sind große Schwächen des Script. Mögen diese auch in der Romanvorlage begründet sein, hätte hier frühzeitig reagiert werden müssen. Besonders der plötzliche Tod des Unsterblichen kommt äußerst fragwürdig daher und erscheint vielmehr in der Notwendigkeit der Sache, als in der Logik begründet.
Fehlt Glaubwürdigkeit in der Sache (Story) sollte ein patenter Verkäufer (Sprecher) diesen Mangel ausbügeln. Beides kann das Hörspiel nur bedingt vorweisen und tendiert darum im Mittelmaß.
Johns Abschluss-Satz nimmt der Geschichte den nötigen Ernst, bzw. versucht unbeholfen Spaß einzubringen.
FEHLER:
- Suko nutzt den Stab Buddas, hält die Zeit für 5 Sekunden an. Vögel zwitschern ungeachtet dessen einfach weiter.
Abschließend sei gesagt: Nicht jedes Wort gehört auf die Goldwaage, dennoch bewirken viele kleine Stöße eine Erschütterung des Ganzen.
SOUND:
Des Kaisers neue Kleider wirken ordentlich aber ungewohnt. Der neue Sound der Serie wirkt handwerklich tadellos, dennoch untypisch für eine Grusel-Serie.
- Soundtrack
Rundum fehlen unheimliche Stücke und düstere Einspielungen, dies geht zu Lasten der Atmosphäre. Der Score präsentiert sich sehr hell, die akustische Untermalung vermittelt den Eindruck einer Jugend-Serie.
Die Fortführung des alten Score (in Teilen) hätte die Eingewöhnung sichtlich einfacher gestaltet. Besonders am Ende dieser Folge mag man den vertrauten Soundtrack missen.
- Intro
Im Vocal behäbig schwafelnd, die neue Titelmelodie lässt den Flair von Mystik und Grusel gänzlich missen, erinnert aber verblüffend an die TV Serie „The 4400“. Rundum unstimmig, eine unnötige, akustische Rückentwicklung.
- Effekte
Effekte und Geräusche bleiben bescheiden, drängen sich niemals in den Vordergrund. Routiniert und handwerklich präsentiert sich das Soundgerüst. Akustische Highlights oder Verblüffendes erwartet das Hörerohr vergebens.
- Abmischung
Koordination und Feinabstimmung von Stimmen, Musik und Geräuschkulisse sind das Salz in der Hörspielsuppe. Gute Zutaten allein genügen nicht, Dosierung und deren Verhältnis machen den Unterschied. Leider mangelt es dem Produkt an 2 Stellen an notwendiger Verständlichkeit. Texte sind derart überlagert das deren Verständlichkeit verloren geht. Ein erheblicher Mangel der Abmischung, wie kam diese Schlampigkeit durch eine Endkontrolle!?
COVER und CO:
Reiht sich mit dem gewohnten Jewel-Case optisch unauffällig in die Serie ein, das serientypische Roman-Titelbild auf schwarzen Hintergrund wurde beibehalten. Das Inlett informiert über weitere Folgen, Cast und Produktion.
FAZIT:
Nr. 71 erscheint fremd, unausgewogen und mag ernste Zweifel bei eingefleischten Fans wecken. Sprecherleistungen noch akzeptabel, die Handlung unausgegoren, Charaktere wirken austauschbar, den vertrauten Score und Joachim Kerzel mag man missen. Ein Fauxpas hat sich in der Abmischung eingeschlichen. Man hat einige Gänge zurückgeschaltet und nachgelassen. Die nächsten Folgen werden entscheiden ob sich die Serie nach der Umstrukturierungen noch behaupten kann. Gesamturteil, John Sinclair wurde: VERSCHLIMMBESSERT ( U.I.)
Daten zum Hörspiel:
Artikelnummer/Bestellnummer: ISBN 978-3-7857-4550-2
Herausgeber/Produzent: Lübbe Audio
Homepage: http://www.sinclairhoerspiele.de
Genre: Grusel / Horror
Anzahl der Aufrufe dieser Rezension: 1873
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Dieses Hörspiel kann zum Beispiel erworben werden bei:
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| Beitrag vom 03.02.2012 - 20:49 |
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