Rezension: Nachtzug nach Lissabon (Pascal Mercier) - Rezensent: schuhbaerd - Experiment Stille
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Nachtzug nach Lissabon

 Durchschnitt: 4,8 Punkte
Inszenierung:          
Story:        
Sprecher:          
Musik:          
Geräusche:        
Spannung:



Nachtzug nach Lissabon. Ein Spontankauf. Erstens war es runtergesetzt und zweitens haben mich die Namen so angelacht: Sven Stricker, Jan-Peter Pflug, Boris Aljinovic, Peter Fricke, Peter Weis, Felix von Manteuffel, Eckart Dux... da rannen einem gewissen Schuby aber die Freudentränen aus den Mundwinkeln und produzierten zwei kleine Pfützen auf dem Teppich in der Buchhandlung... da hab ichs mir halt gekauft und daheim frohgemut eingelegt.

Tja. Die Geschichte handelt von einem Schweizer Lateinlehrer, der alle Sprachen fließend spricht, in denen man vor tausenden von Jahren parliert hatte und der in etwa so langweilig ist wie ein vertrocknetes Graubrot. Und dann begegnet ihm plötzlich eine Portugiesin, die ihm eine Telefonnummer auf die Stirn schmiert und die bringt sein Leben auf ein Mal völlig aus dem Takt. In einer Buchhandlung stößt er zudem auf ein Buch mit portugiesischer Lyrik und fährt dann ganz spontan trotz all seiner Neurosen nach Lissabon, um den Autoren zu suchen, Amadeu Inácio de Almeida Prado. Und das nur, weil ihn der Satz "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist – was geschieht mit dem Rest?" so berührt.

Die Reise bewegt den Protagonisten Raimund Gregorius, leidenschaftlich gut gespielt von Peter Fricke, sehr, und demonstriert ihm, wie facettenreich und lebenswert sein Leben sein könnte oder hätte sein können. Fricke strotzt nur so vor Schwermut und dem beinahe kindlichen Erstaunen über die neuen Variationen seines Lebens in Lissabon und füllt seine Rolle hervorragend aus.
Boris Aljinovic spricht einen sehr schwermütigen Erzähler, stets gedämpft und auf die leisen Töne bedacht. Auch die anderen Sprecher machen ihre Sache sehr gut, dagegen ist beim besten Willen nichts einzuwenden.

Die Musik, komponiert von Jan-Peter Pflug und gespielt von Benjamin Sprick am Cell und Fabio Malaguti an der Gitarre untermalt das Geschehe mit einer Melancholie, die hervorragend zur gedämpften Grundstimmung des Hörspiels passt. Auf die Dauer (von 166 Minuten) wirken die immer gleichen düsteren Klänge allerdings ein kleines bisschen eintönig - aber das passt auch irgendwie zur Handlung.

Denn diese ist zwar sehr anspruchs- und inhaltsvoll, aber leider etwa so spannend wie Seite 651 des Telefonbuchs. Und für einen thriller-, horror- und mysteryliebenden Schuby ist das eben nicht gerade der Burner. Dieses Hörspiel ist ein wundervolles Stück Weltliteratur, eine perfekte Einschlafhilfe, aber wer Spannung sucht, ist hier falsch. Es ist wie Maritim - nur eben astrein produziert.

Fazit: Für die Produktion gibts eine 1+ mit Sternchen, für die Musik eine 2, für die Sprecher ein Kusshändchen und Rosen und BHs auf die Bühne geschmissen, für die Story... eine 3. 1 für die Story als solche, 5 für die Spannung.
Ein sehr gutes, aber etwas langweiliges Hörspiel. Wenn es runtergesetzt ist, durchaus einen Kauf wert.

Fahle Grüße
aus Schuby


Daten zum Hörspiel:

Artikelnummer/Bestellnummer: ISBN 978-3-8671-7583-8
Herausgeber/Produzent: Der Hörverlag
Homepage: http://www.hoerverlag.de
Genre: Klassische Literatur / Literaturklassiker

Anzahl der Aufrufe dieser Rezension: 808


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Beitrag vom 20.11.2010 - 19:38
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