Rezension: John Sinclair Classics (1) - Der Anfang (Jason Dark) - Rezensent: myxin - Experiment Stille *Die Gabriel Burns Hörspielseite*
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John Sinclair Classics (1)
Der Anfang

 Durchschnitt: 5,2 Punkte
Inszenierung:        
Story:    
Sprecher:          
Musik:        
Geräusche:          
Cover:          



Wer die John Sinclair Edition "Der Anfang" aus dem Jahre 2002 bereits kennt, kann in diesem Moment aufhören zu lesen. Lübbe Audio präsentiert uns zum Beginn der Serie "John Sinclair Classics" einen Klassiker der Neuzeit, der einem Großteil der Hörspielgemeinde bereits altbekannt sein dürfte. Entsprechend berechtigt sind Überlegungen, ob der Neukauf eines Hörspiels, für das man seinerzeit bereits einen sehr stattlichen Preis bezahlt hat, überhaupt sinnvoll ist, nur damit die neue Classic-Serie vollständig ist.


Ein bestialischer Mord erschüttert eine kleine Gemeinde in Schottland. Der Hauptverdächtige scheint verwirrt, redet von einer lebenden Leiche. Hilfesuchend wendet sich die örtliche Polizei an New Scotland Yard. Inspektor John Sinclair nimmt sich des Falles an. Was für den kühlen Analytiker als Routineauftrag beginnt, gipfelt in einem apokalyptischen Szenario des Schreckens: Werden die Toten in die Welt der Lebenden zurückkehren?


Die Story dieses Hörspiels mag für die Vorgeschichte des Geisterjägers von besonderer Relevanz sein, dennoch kann man die Entscheidung, dieses uralte Hörspiel noch mal aus der Urne zu kratzen und für den Auftakt einer neuen Serie zu nutzen, kritisch sehen. Mit Recht darf der geneigte Sinclair-Hörer von Lübbe Audio/Wort Art mehr Inspiriertheit erwarten als ein schlichtes Hörspiel-Recycling, das so pfiffig ist wie dreimal aufgewärmter Griesbrei. Das Mindeste wäre es im Sinne der Wahrung eines einheitlichen Seriencharakters gewesen, Wolfgang Pampel neu reinzuschneiden, der ab Folge 2 den Part des Erzählers erfüllt.


Befänden wir uns noch tief in den wilden 70er Jahren, entspräche die Geschichte sicherlich dem, was man als Leser von Gruselromangroschenheften dieser Zeit erwarten darf. Aus heutiger Sicht zieht die Story allerdings wahrlich keine tote Henne mehr vom Brot. Clevere Gruselunterhaltung der Gegenwart bedient sich anderer Mittel. Der seichte Plot wirkt anspruchslos, vorhersehbar und unzeitgemäß. Doch wer ein Fan des "Sohns des Lichts" ist, der wird sich daran kaum stören.


Wer über diese beiden Kritikpunkte – Hörspielrecycling und inhaltliche Trivialität – hinwegsehen kann, wird mit "Der Anfang" dennoch vergnügliche knappe achtzig Minuten Horror-Unterhaltung erleben. Noch heute besticht die dickhosige Produktion mit ihrer opulenten, actionbetonten Umsetzung und den hollywoodreifen Schockeffekten. Das Sounddesign verdient noch immer eine 1 A mit Sternchen. An der handwerklich hochwertigen Inszenierung gibt es nach wie vor nichts zu mäkeln.


Für die Beschreibung der umfangreichen Sprecherliste kennen Hörspielexperten einen audiophilen Fachbegriff: Wow!
Bis in die letzte Nebenrolle ist "Der Anfang" superb besetzt; neben der bewährten Sinclair-Prominenz wie z.B. Frank Glaubrecht, Detlef Bierstedt und Franziska Pigulla sind ungewöhnlich viele weitere große Stimmen dabei, u.a. Oliver Rohrbeck, Tilo Schmitz, Ernst Meincke, Tobias Meister und Volker Brandt. Selbst John Sinclair-Erfinder Jason Dark gibt sich die Ehre, und Comedian Dieter Nuhr ist sich nicht zu schade, als ebenso übellauniger wie übelriechender Zombie kurz durchs Hörspiel zu schlurfen.


Fazit: Eine grausige Family-Fun-Gruselshow aus dem Archiv der Albtraum-Festplatte von WortArt, die bereits vor Jahren rockte und schockte und dies noch heute tut. Wer es bislang versäumt hat, sich "Der Anfang" zuzulegen, sollte diese Lücke im Hörspielregal nun endlich schließen. Wer dort schon den "alten Anfang" stehen hat, zieht die Stirn kraus.


Daten zum Hörspiel:

Artikelnummer/Bestellnummer: ISBN 978-3-7857-4239-6
Herausgeber/Produzent: Lübbe Audio
Homepage: http://www.sinclairhoerspiele.de
Genre: Grusel / Horror

Anzahl der Aufrufe dieser Rezension: 3142


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Beitrag vom 24.03.2010 - 16:31
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